Einspeisemanagement nach § 6 EEG 2012



Mit der Novellierung des Erneuerbaren-Energien-Gesetzes (EEG) treten gesetzliche Neuerungen zum Einspeisemanagement in Kraft. Teilweise gelten diese Neuerungen auch für Anlagen, die bereits vor 2012 in Betrieb genommen wurden.



EEG-Anlage und KWK-Anlage größer 100 kW

Anlagenbetreiberinnen und Anlagenbetreiber von EEG- und KWK-Neuanlagen sind verpflichtet, ihre KWK- und PV-Anlagen mit einer installierten Leistung von mehr als 100 kW mit technischen Einrichtungen ausstatten, mit denen der Netzbetreiber jederzeit die Einspeiseleistung bei Netzüberlastung ferngesteuert reduzieren und die jeweilige Ist-Einspeisung abrufen kann.

Für Bestandsanlagen die vor dem 1. Januar 2012 installiert wurden besteht eine Nachrüstpflicht bis zum 30. Juni 2012.



Photovoltaikanlage von 30 kW bis höchstens 100 kW

Neue Photovoltaikanlagen mit einer installierten Leistung von 30 kW bis höchstens 100 kW müssen diese Anlagen mit technischen Einrichtungen ausstatten, mit denen der Netzbetreiber jederzeit die Einspeiseleistung bei Netzüberlastung ferngesteuert reduzieren kann.

Für Bestandsanlagen, die nach dem 1. Januar 2009 und vor dem 1. Januar 2012 installiert wurden, besteht eine Nachrüstpflicht bis zum 31. Dezember 2013.



Photovoltaikanlagen kleiner 30 kW

Neue Photovoltaikanlage mit maximal 30 kW müssen entweder auch fernregelbar sein oder aber an ihrem Netzverknüpfungspunkt ihre Einspeisungsleistung auf 70 Prozent der installierten Leistung reduzieren.



Die Kosten für die Anschaffung, den Umbau und den Betrieb der Einrichtung zur Reduzierung sind grundsätzlich durch den Anlagenbetreiber zu tragen. Der Vergütungsanspruch reduziert sich auf null, solange der Anlagenbetreiber dieser Verpflichtung nicht nachkommt.



Auszüge aus dem EEG 2012:


§ 6 Technische Vorgaben

(1) Anlagenbetreiberinnen und Anlagenbetreiber sowie Betreiberinnen und Betreiber von KWK-Anlagen müssen ihre Anlagen mit einer installierten Leistung von mehr als 100 Kilowatt mit technischen Einrichtungen ausstatten, mit denen der Netzbetreiber jederzeit

1. die Einspeiseleistung bei Netzüberlastung ferngesteuert reduzieren kann und
2. die jeweilige Ist-Einspeisung abrufen kann.

(2) Anlagenbetreiberinnen und Anlagenbetreiber von Anlagen zur Erzeugung von Strom aus solarer Strahlungsenergie

1. mit einer installierten Leistung von mehr als 30 Kilowatt und höchstens 100 Kilowatt müssen die Pflicht nach Absatz 1 Nummer 1 erfüllen,
2. mit einer installierten Leistung von höchstens 30 Kilowatt müssen

a) die Pflicht nach Absatz 1 Nummer 1 erfüllen oder
b) am Verknüpfungspunkt ihrer Anlage mit dem Netz die maximale Wirkleistungseinspeisung auf 70 Prozent der installierten Leistung begrenzen.

(3) Mehrere Anlagen zur Erzeugung von Strom aus solarer Strahlungsenergie gelten unabhängig von den Eigentumsverhältnissen und ausschließlich zum Zweck der Ermittlung der installierten Leistung im Sinne der Absätze 1 und 2 als eine Anlage, wenn

1. sie sich auf demselben Grundstück oder sonst in unmittelbarer räumlicher Nähe befinden und
2. innerhalb von zwölf aufeinanderfolgenden Kalendermonaten in Betrieb genommen worden sind.

Entsteht eine Pflicht nach den Absätzen 1 und 2 für eine Anlagenbetreiberin oder einen Anlagenbetreiber erst durch den Zubau von Anlagen einer anderen Anlagenbetreiberin oder eines anderen Anlagenbetreibers, kann sie oder er von dieser anderen Anlagenbetreiberin oder diesem anderen Anlagenbetreiber den Ersatz der daraus entstehenden Kosten verlangen.


§ 66 Übergangsbestimmungen

(1) Für Strom aus Anlagen, die nach dem am 31. Dezember 2011 geltenden Inbetriebnahmebegriff vor dem 1. Januar 2012 in Betrieb genommen worden sind, sind unbeschadet des § 23 Absatz 2 bis 4 die Vorschriften des Erneuerbare-Energien-Gesetzes vom 25. Oktober 2008 (BGBl. I S. 2074) in der am 31. Dezember 2011 geltenden Fassung mit folgenden Maßgaben anzuwenden:

1. Die technischen Vorgaben nach § 6 Absatz 1 müssen ab dem 1. Juli 2012 von Anlagenbetreiberinnen und Anlagenbetreibern von Anlagen zur Erzeugung von Strom aus solarer Strahlungsenergie mit einer installierten Leistung von mehr als 100 Kilowatt eingehalten werden; § 6 Absatz 3 ist anzuwenden.
2. Die technischen Vorgaben nach § 6 Absatz 2 Nummer 1 müssen ab dem 1. Januar 2014 von Anlagenbetreiberinnen und Anlagenbetreibern von Anlagen zur Erzeugung von Strom aus solarer Strahlungsenergie mit einer installierten Leistung von mehr als 30 Kilowatt und höchstens 100 Kilowatt eingehalten werden, die nach dem 31. Dezember 2008 in Betrieb genommen worden sind; § 6 Absatz 3 ist anzuwenden.